Wilhelm von Humboldt

Wilhelm von Humboldt – eigentlich riedrich Wilhelm Christian Carl Ferdinand von Humboldt – wurde am 22.06.1767 in Potsdam geboren und starb am 8. April 1835 in Berlin Tegel. Er zählt zu den einflussreichen Persönlichkeiten in der deutschen Kulturgeschichte und sein Wirken als Reformator im deutschen Schul- und Hochschulwesen hat Einfluß bis heute.

Wie auch seinem Bruder Alexander kamen ihm durch gut ausgesuchte Privatlehrer, unter ihnen Johann Heinrich Campe und Christian Kunth, eine äusserst gute Schuldbildung zuteil. Schon als 13-Jähriger sprach Wilhelm fließend Griechisch, Latein und Französisch.
Durch diesen Eindruck der Privatlehrer geprägt, schien Wilhelm von Humboldt nicht viel von regulären Schulen und dem Wissen, welches dort vermittelt wurde zu halten. Gerade aus diesem Grund wollte er auch anderen die Möglichkeit geben, sich das Wissen auf anderen, neuen Wegen anzueignen und gründete daher in Berlin die „Neue Deutsche Universität“ – heute als „Wilhelm von Humboldt Universität“ bekannt.

Nicht die Juristerei interessierte Wilhelm von Humboldt, sondern die Lehre der Sprachen. Er studierte die Menschen, deren Denken und Fühlen und vor allem, welchen Einfluss die verschiedenen Sprachen auf das Leben der Menschen hat. Von dieser Frage war er fasziniert. Er selbst beschäftigte sich mit 32 Sprachen und konnte selbst fünf Sprachen in Wort und Schrift, darunter Englisch und Griechisch. Allerdings untersuchte er auch ausgefallene Sprachen, wie zum Beispiel das in der Südsee gesprochene Kawit.

Mit seiner Frau Caroline von Dacheröde, die er im Jahr 1790 heiratete, unternahm er mehrere Reisen in fremde Länder, um die Sprachen weiter erforschen zu können. Die ihm zugeteilte Beamtenlaufbahn für den Staat Preußen sagte ihm keinesfalls zu und er lies sich in den Vatikan als Abgeordneter Preußens berufen. Doch der Staat Preußen wollte ihn Anfang des 19. Jahrhunderts als Kultusminister vor Ort haben, und so kehrte er in die Heimat zurück und reformierte das damalige Bildungswesen. Früher wurden die Schulen nur von Geistlichen geführt, Humboldt setzte durch, dass auch weltliche Lehrer in den Dienst des Lehramtes traten. Ferner haben wir ihm das Abitur zu verdanken, denn er wollte verhindern, dass jeder auf die Universität gehen konnte. Sein grösstes Ziel war, Kinder zu richtigen Erwachsenen und damit zu Menschen zu erziehen. Für ihn bedeutete Bildung nicht die Ausbildung an sich sondern die Bildung des Menschen.

Doch leider wurden ihm immer wieder vom preußischen Staat die Daumenschrauben angesetzt und er durfte nicht so handeln wie er wollte. Wenn es nach Wilhelm von Humboldt gegangen wäre, wäre die deutsche Gesellschaft humanistischer geworden. Doch das wurde ihm von Staat quasi untersagt. Nachdem er gegen die Karlsbader Beschlüsse protestierte wurde er letztendlich im Jahr 1819 aus dem Staatsdienst entlassen. Bis zu seinem Tod im Jahr 1835 widmete er sich ausschliesslich seinen eigenen Studien.

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