Waldemartore – die Rache der Wittelsbacher

In einigen Städten, insbesondere noch in Gransee zu besichtigen, gibt es sogenannte „Waldemartore“. Dies sind zusätzliche Tore, die in der Nähe des eigentlichen Tores liegen. Die Legende kennt dazu folgende Begebenheit:

Nach dem Tod des letzten Brandenburger Askanier Markgrafen Waldemar im Jahr 1319 erlosch die Herrschaft der Askanier über die Mark Brandenburg. Daraufhin verlieh der bayrische König Ludwig IV. 1323 die Mark Brandenburg an seinen Sohn Ludwig, mit dem dadurch die Reihe der Wittelsbacher Markgrafen in Brandenburg begann.

Im Jahr 1347 oder 1348 gab sich aber ein Pilger und Müllerbursche namens Jacob Rehbock als Markgraf Waldemar aus dem Anhaltinischen Geschlecht aus. Er behauptete, das Waldemars Tod 28 Jahre zuvor nur vorgetäuscht war. In Wahrheit habe Graf Waldemar seiner Sünden wegen eine Wallfahrt zum heiligen Grabe nach Palestina unternommen. Von dieser Wallfahrt sei er jetzt zurückgekehrt und er beanspruche sein Lehen. Viele märkische Städte, so auch Gransee, glaubten dem falschen Waldemar. Dieser wurde gar von Kaiser Karl IV. mit der Mark Brandenburg belehnt.

Im Jahr 1350 einigte sich jedoch der Kaiser mit den Wittelsbachern und setzte den Waldemar wieder ab. So verfielen diese Ortschaften der Ungnade der Wittelsbacher. Sie ließen sämtliche Tore der Städte, durch welche der falsche Waldemar gezogen war, zumauern. Neben den alten mussten neue Tore, sogenannte „Waldemartore“ gebaut werden. Erst im Jahre 1818 gestattete der König von Preußen, Friedrich Wilhelm III., die Vermauerung wieder zu beseitigen.

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