Spreewald Region in Brandenburg

Der Spreewald liegt im Südosten von Brandenburg. Durch Sand, der sich am Ende der letzten Eiszeit im Baruther Urstromtal ablagerte, bildete sich ein Flussdelta mit Inseln und einem 16 Kilometer breiten und 75 Kilometer langen Netz aus Seitenarmen und kleinen Kanälen. Das ursprünglich bewaldete und von Elchen und Bären bewohnte Gebiet wurde ab dem Mittelalter durch zusätzliche Kanäle und starke Rodung in Wiesen und Ackerland umgewandelt. Als Folge siedelten sich neue Tiere und Pflanzen an. Das Biosphärenreservat beherbergt aufgrund verschiedener Biotoptypen wie Wald, Äcker, Wiesen, Auen und Moore eine Vielfalt von etwa 18.000 Arten. Zahlreiche seltene und bedrohte Arten wie Fischotter und Seeadler sind in dieser Flusslandschaft zu finden.

Seit dem 6. Jahrhundert ist in der Region das sorbische Volk heimisch, das den Spreewald besiedelte. Die zweisprachigen Ortsschilder zeugen von der dort fest verwurzelten slawischen Minderheit. Sie pflegen bis heute ihre sorbische Sprache und Kultur, bekannt sind besonders die kunstvoll bemalten Ostereier, und veranstalten traditionelle Volksfeste.

In der im frühen Mittelalter entstandenen Stadt Lübbenau entwickelten sich Handel und Gewerbe, etwa Brauereien und Holzverarbeitung. Heute bekannt sind die Spreewälder Gurken.
Durch die Bahnanbindung kamen zunehmend mehr Erholungssuchende in den Ort, vor allem aus Berlin. Bald wurde auch ein Kahnfährhafen gebaut. In den 50er Jahren entstand aufgrund der günstigen Lage am Fluss und der Nähe zu den Braunkohlefeldern ein Kohlekraftwerk. Dadurch zogen viele Bergarbeiterfamilien in die Stadt, die so zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort wurde. Nach der Wiedervereinigung 1990 wurden jedoch Kraftwerk und Bergbau aufgegeben und viele privatisierte Gurkenfirmen mussten schließen.
Der Tourismus ist heute die Haupteinnahmequelle der Stadt, die am Schnittpunkt von Ober- und Unterspreewald liegt.

Sehenswert sind das klassizistische Schloss aus dem 19. Jahrhundert und die barocke Nikolaikirche aus dem 18. Jahrhundert. Das Spreewaldmuseum informiert über die sorbische Kultur, die mittelalterlichen Innungen und die Geschichte der Region bis in die Neuzeit. Das Freilichtmuseum stellt das Leben im 19. Jahrhundert anhand eines typischen Hofes dar, beispielsweise die Herstellung der Spreewaldgurken, der Heilkräuteranbau und die Fischerei. Außerdem sind Handwerkserzeugnisse aus Korbflechterei und Töpferei, Volkskunst und die verschiedenen sorbischen Trachten zu sehen.

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