Schloss Tornow

Die Geschichte des Ortes und seiner Besitzer lässt sich bis ins 13. Jh. zurückverfolgen.

Bereits im Jahre 1285 wurde das Dorf Tornow erstmals als Besitz des Klosters Dünamünde bei Riga erwähnt. Seit dem 14.Jh. war es als Rittergut bekannt. Ritter Zacharias Hase war hier im Jahre 1363 ansässig. Im Landbuch von Kaiser Karl IV. wurde 1375 vermerkt, dass in der Folgezeit die Ritter Glöden und Bevir zu unterschiedlichen Anteilen Besitzer von Tornow waren. Die verbleibenden Bauernhufen waren verschiedene Grundherren zinspflichtig. Bereits Ende des 15. Jh. wurden Besitzanteile der Familie von Holtzendorff in Tornow nachgewiesen. 1608 gehörten schon das ganze Dorf und der Rittersitz Joachim von Holtzendorff.

In Folge des 30jährigen Krieges lagen alle Höfe wüst. Zu dieser Zeit (1687) war Jakob Siegismund von Holtzendorff Besitzer von Tornow.

Im Jahre 1772 errichtete die Familie von Holtzendorff das Gutshaus im schlichten Barockstil mit sieben Achsen, Mansarddach und einem dreiachsigen Mittelrisalit.

Am 18. Juni 1842 kaufte Friedrich Lindenberg das Rittergut Tornow vom Königlichen Major von Holtzendorff. Anlässlich der Hochzeit seiner Enkeltochter Ottilie Lindenberg mit dem Landwirt Emil Schultz wurde Ende des 19. Jh. ein eingeschossiger, mit Stuckaturen und Jagdemblemen ausgestatteter Festsaal angebaut. Friedrich Hitzig, ein Schüler Schinkels, erweiterte den zweigeschossigen Putzbau bereits Mitte des 19. Jh. am Ostgiebel um weitere drei Achsen und einen Treppenturm.

1842-1945 war das Gut Tornow im Besitz der Familie Lindenberg-Schultz, die die Anlage beträchtlich erweiterte und zu einem bedeutenden, überregional bekannten und geschätzten Pferdezuchtbetrieb entwickelte. Die Züchtung edler, starkknochiger Warmblüter war sehr erfolgreich und wurde mit Staatsehrenpreisen und anderen Anerkennungen ausgezeichnet. Fritz Schultz gründete 1924 den bekannten Tornower Reitverein, nahm an unzähligen Turnieren teil und vermittelte so auch vielen Leuten den Umgang mit Pferden. Das Pferd wurde zeitweise zum Wahrzeichen von Tornow.

Zum Gutsensemble gehörten daher auch ein stattlicher Stallspeicher und ein bemerkenswerter Eiskeller, ein kleinerer Pferdestall und ein großes Stallgebäude.

Die Familie Schultz wurde nach 1945 enteignet.

Als danach Flüchtlinge im Schloss wohnten, gab es bauliche Veränderungen. Diese wurden mittlerweile wieder entfernt und der Ursprungszustand hergestellt. Reste von Putz- und Stuckelementen lassen auf den ehemals repräsentativen Charakter des Hauses schließen. Heute sind teilweise noch ursprüngliche Ausstattungen, wie z.B. barocke Türen und Dielenfußböden erhalten. Die noch vorhandenen historischen Fenster stammen aus unterschiedlichen Stilepochen.

Das Schloss Tornow wurde zu DDR-Zeiten kommunal genutzt, d.h. hier befanden sich unter anderem Kindergarten, Arzt und Wohnungen.

Seit 1997 befindet sich das Schloss in privater Hand. Das Schloss Tornow ist daher leider nicht zu besichtigen.

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