Peter Joseph Lenné

Nichts gedeiht ohne Pflege; und die vortrefflichsten Dinge verlieren durch unzweckmäßige Behandlung ihren Wert.

Dieses Zitat von Peter Joseph Lenné umschreibt dessen Lebensmotto und Schaffenswerk mit einem Satz. Der Gartenkünstler und Landschaftsarchitekt war in Preußen ein halbes Jahrhundert lang prägend in den Bereichen Landschaftsbau, Gartenkunst und Stadtplanung.

Geboren am 29. September 1789 in Bonn, kam Lenné bereits früh mit dem Thema Gartenkunst in Berührung. Sein Vater war leitender Hofgärtner am Kurfürstlichen Schloss, Vorsteher des botanischen Gartens und lehrte gleichzeitig Botanik an der Universität Bonn. Lenné war ein Nachkomme einer aus Belgien – genauer aus Lüttich (Liège) – stammenden Gärtnerfamilie und der Familientradition folgend, erlernte Peter Joseph Lenné den Gärtnerberuf. Studienreisen führten Lenné nach Paris, wo er sich zum Gartenbaumeister ausbilden ließ und Kenntnisse in der wissenschaftlichen Botanik erlangte. Hier hörte er Vorlesungen der damals sehr bekannten Gartenplaner André und Gabriel Thouin sowie des Architekten Jean-Nicholas-Louis Durand. Auch entdeckte er hier seine Vorliebe für exotische Gewächse. Seine Art der Gartengestaltung unterschied sich bereits zu jener Zeit von der seiner Konkurrenten, die alle die einheimischen Pflanzen bevorzugten.

1816 bekam Lenné eine Anstellung am preußischen Königshof und wurde auf Grund seiner Fähigkeiten vom Gartendirektor gefördert. In dieser Zeit erhielt er den Auftrag zur gartenkünstlerischen Umgestaltung der Besitzungen Neuhardenberg und Glienicke. Dies war der Grundstein für sein gartenarchitektonisches Gesamtkunstwerk, in welchem sich Potsdam in fünf Jahrzehnten unter Lennés Leitung zu einem zusammenhängenden, beeindruckenden Landschaftsgarten entwickelte. 1818 avancierte Peter Joseph Lenné zum „Garteningenieur und Mitglied der Königlichen Gartendirektion“. Er war Gründungsmitglied des ersten deutschen Gartenvereins, Direktor der Potsdamer Gärtnerlehranstalt und wurde 1828 zum Gartendirektor befördert. Friedrich Wilhelm IV. ernannte Lenné 1854 zum General-Gartendirektor aller königlich-preußischen Gärten.
Das Lebenswerk Lennés war die Umgestaltung und Erweiterung des Parks Sanssouci in Potsdam. In Potsdam gestaltete er außerdem weitere Anlagen wie die Pfaueninsel, die Russische Kolonie Alexandrowka und den Park Sacrow. Auch außerhalb Preußen entstanden unter Lennés Federführung Parkanlagen und Gärten wie beispielsweise der Klosterbergegarten in Magdeburg. Seine Landschaftsgestaltungen zeichnen sich durch vielfältige Sichtachsen aus, durch welche einzelnen Parkanlagen optisch miteinander verbunden wurden.

Ab 1840 war Peter-Joseph Lenné für die städtebauliche Planung Berlins zuständig, wo er zahlreiche Grünanlagen für die Bevölkerung schuf. Nach seinen Vorstellungen entstanden die Friedrich-Wilhelm-Stadt in Berlin Mitte und das Köpenicker Feld. Herausragend aus Lennés Lebenswerk ist der Bau des Landwehrkanals und des Luisenstädtischen Kanals.
Für seine außergewöhnlichen Leistungen auf dem Gebiet des Landschaftsbaus erhielt Peter Joseph Lenné zahlreiche Ehrungen, wie beispielsweise die Ehrendoktorwürde der Universität Breslau. Die Stadt Potsdam verlieh ihm 1863 die Ehrenbürgerschaft.

Lenné, dessen 35jährige Ehe mit Friederica Louisa Voß kinderlos blieb, starb 23. Januar 1866 im Alter von 77 Jahren in Potsdam.

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