Domäne Dahlem (Berlin)

Der im Südwesten der deutschen Hauptstadt liegende, architektonisch durch seine vielen Villen und Grünanlagen geprägte Stadtteil Dahlem gehört zum Bezirk Steglitz-Zehlendorf und hat zum großen Teil seinen ursprünglichen ländlichen Charakter bewahren können. Dahlem ist heute unter anderem für seine zahlreichen hier angesiedelten Wissenschaftsinstitute und Museumseinrichtungen bekannt.

Zu den originellsten dieser Museen zählt zweifellos die „Domäne Dahlem“, die den Besucher der Geschichte des einst von zunächst adliger und dann staatlicher Gutshofwirtschaft bestimmten, bis zur Eingemeindung (1920) nach Berlin selbständigen, Ortes nachspüren lässt. Darüber hinaus gewährt das 1976 gegründete Freilandmuseum „Domäne Dahlem“ vor allem aber einen faszinierenden, Vergangenheit und Gegenwart einschließenden, Einblick in die Agrar- und Ernährungskultur der märkischen Region. Bei der hier präsentierten Darstellung der Entstehung von Nahrung von der Rohstoffherstellung auf Weide und Acker über die Verarbeitung bis hin zum Konsum wird Wert auf die Betonung ökologischer Zusammenhänge gelegt.

Die heute Museum und Bio-Bauernhof umfassende Domänen-Anlage geht auf eine hochmittelalterliche Rittergutsgründung, die den Kern des späteren Dorfes Dahlem bildete, zurück. Das über etwa sechs Jahrhunderte von adligen Gutsherren bewirtschaftete Gut ging nach dem Tod von Carl Friedrich von Beyme, der keine männlichen Erben hatte, 1841 durch Verkauf an den preußischen Staat über und wurde Staatsgut („Domäne“). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das zeitweise 550 ha große Gut, das ab 1948 als „Stadtgut“ vom West-Berliner Senat verwaltet wurde, weitgehend parzelliert. Auf der Restfläche von etwa 20 ha wurde und wird weiterhin Landwirtschaft betrieben,

Sowohl aus der Rittergutszeit wie auch aus der Staatsdomänen- und Stadtgutzeit sind historische Gebäude erhalten geblieben. Das Herrenhaus stammt aus dem Jahr 1560 und ist damit der älteste intakte Profanbau Berlins. Ebenfalls adligen Ursprungs sind der im 18. Jahrhundert erbaute Pferdestall und der Eiskeller. Wegehäuschen und Remise dagegen sind in der Domänen-Zeit entstanden und kontrastieren mit den Stallungen aus dem 1950er Jahren.

Zahlreiche Dauer- und Spezialausstellungen, zu denen auch die Präsentation einer Fleischerei aus den Zwanziger Jahren gehört, vermitteln zusammen mit dem anerkannten Biohof-Betrieb („Bioland“) mit seiner Viehhaltungspraxis dem Besucher ein lebendiges Bild vom Leben auf dem Lande und den Facetten agrarischer Nahrungsproduktion. Die Domäne Dahlem fungiert daneben auch als Arche-Hof, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Bestand bedrohter Nutztierrassen, wie das Rauwollige Pommersche Landschaf oder das Alte Schwarzbunte Hausrind, zu sichern. Veranstaltungs- und Bildungsprogramme runden das sich speziell an ein großstädtisches Publikum wendende Angebot auf dem einzigen Bauernhof Deutschlands mit eigenem U-Bahn-Anschluss (U3 Dahlem-Dorf) ab.

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