Die Spreewaldgurke

Der Begriff Spreewaldgurke beschreibt eine eingelegte Gurke, die aus Brandenburg kommt. Der Begriff ist eine geschützte, geografische Angabe.

Schon 1870 beschrieb Theodor Fontane die Spreewaldgurke als eine Besonderheit, die an der Spitze der landwirtschaftlichen Produkte stehe. Er begründet es damit, dass sie alle aus einem Anbaugebiet kämen, von welchem sie ausgeliefert werden:

„Die Spreewaldprodukte haben nämlich in Lübbenau ihren vorzüglichsten Stapelplatz und gehen erst von hier aus in die Welt. Unter diesen Produkten stehen die Gurken obenan. In einem der Vorjahre wurden seitens eines einzigen Händlers 800 Schock pro Woche verkauft. Das würde nichts sagen in Hamburg oder Liverpool, wo man gewohnt ist, nach Lasten und Tonnen zu rechnen, aber »jede Stelle hat ihre Elle«, was erwogen für diese 800 Schock eine gute Reputation ergibt.“
(Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg)

Das hervorragende Wachstum der Gurken und der intensive Geschmack wird durch den lockeren, feuchten und humoshaltigen Boden gestärkt. Weiter wird der spezielle Geschmack der Spreewaldgurken durch die Kräuter und Gewürze ergänzt, in welchen die Gurken eingelegt sind. Allerdings werden von manchen Herstellern auch Aromastoffe oder Geschmacksverstärker eingesetzt.

Zur Verarbeitung werden die Spreewaldgurken unter Zugabe von Natronlauge auf etwa 70 Grad Celsius erhitzt. Anschließend kommen die Kräuter und Gewürze dazu. Aus etwa zwanzig verschiedenen Zugaben besteht die Gewürzmischung. Je nach Zusammensetzung entstehen so die bekannten Senf-, Gewürz- oder saure Gurken. Die Vielfalt der Zutaten erstreckt sich von Basilikum und Zitronenmelisse über Wein bis hin zu Kirsch- oder Nussblättern.

Im Jahre 1999 wurde die Bezeichnung Spreewaldgurke EU-weit geschützt.

Die Anbaufelder der Gurke erstrecken sich über das Ganze gebiet des Spreewaldes. Sie werden zum größten Teil in einem Biosphärenreservat angebaut (also in einem Gebiet, das unter Schutz steht, jedoch zu ökonomischem und ökologischem Nutzen vom menschen verwendet werden darf). Bekannt sind die Felder in Boblitz und Golßen, die zur Besichtigung und für einen Rundgang während der Erntezeit offen stehen.

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