Der Berliner Dom

Eine der bedeutende Sehenswürdigkeiten der deutschen Hauptstadt ist der nördliche Teil der in Berlin-Mitte unweit des Alexanderplatzes gelegenen Spreeinsel. Zu dem als „Museunmsinsel“ hier seit 1999 als UNESCO-Weltkulturerbe unter besonderen Schutz gestellten architektonischen Ensemble gehört neben weltberühmten Museen auch die größte Berliner Kirche. Die allgemein als „Berliner Dom“ bekannte evangelisch-lutherische „Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin“ erhebt sich mit einer Kuppelhöhe von 116 m auf einer Grundfläche von etwa 6800 qm.

Berliner DomAm Standort des heutigen Doms standen bereits seit dem 15. Jahrhundert Vorgänger-Sakralbauten, die den brandenburgischen Kurfürsten beziehungsweise preußischen Königen als in Umfang und Ausstattung relativ bescheidene Hofkirchen dienten. Im von Großmannssucht nicht freien zweiten deutschen Kaiserreich (1871 – 1918) setzten sich die Meinung durch, dass das Deutsche Reich eine seiner Weltgeltung entsprechende Repräsentativkirche brauche. Auf Befehl von Kaiser Wilhelms II., der diese Meinung teilte, wurde der klassizistische, 1821 von Baumeister-Legende Karl Friedrich Schinkel erbaute, alte Dom abgerissen. Die Grundsteinlegung für den neuen, in einem Mix von Neobarock- und Neorenaisance-Stilelementen vom Architekten Julius Raschdorff konzipierten und ausgeführten Dom erfolgte 1894. 1905 wurde der Monumentalbau, bei dessen Errichtung ständig Änderungswünsche von Wilhelm II. berücksichtigt wurden, eingeweiht. Die große Kirche mit der riesigen, von vier Ecktürmen flankierten Kuppel sollte über 1600 Menschen Platz bieten.

1944 wurde die Kirche bei einem Luftangriff schwer beschädigt. Erst Anfang der 1970er Jahre wurde damit begonnen, die im Ostteil Berlins stehende Kirche im Zuge der Funktionalisierung preußischer Denkmäler für den Aufbau eines eigenen DDR-Nationalbewusstseins wieder aufzubauen. Erst 2002, zwölf Jahre nach der Wiedervereinigung, ist die dem 1983 abgeschlossenen Außenwiederaufbau folgende Restaurierung des Kircheninnenraums beendet worden.

Heute dient die Kirche nicht nur den Gottesdiensten der Dom-Gemeinde, sondern ist wie schon zu Kaisers Zeiten auch häufig Schauplatz von feierlichen Staatsakten und Gedenkveranstaltungen. Außerdem bildet die Kirche mit ihrer erstklassigen Sauer-Orgel regelmäßig den Rahmen für Konzerte und andere Kulturveranstaltungen. Die älteste der zum Kirchenbesuch läutenden Glocken des Doms ist die aus dem Jahr 1532 stammende Osterburger Glocke.
Die unter dem Dom liegende Hohenzollerngruft, in der zahlreiche brandenburgische und preußische Herrscher und ihre Angehörigen bestattet worden sind, kann besichtigt werden.

Außerhalb der Gottesdienstzeiten wird für den Eintritt in den Dom eine „Domerhaltungsgebühr“ erhoben.

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