Das Rhinluch

Das Rhinluch ist eine Niedermoorlandschaft im deutschen Bundesland Brandenburg, vom namensgebenden Fluss Rhin durchflossen.

Ein Luch bezeichnet eine ausgedehnte Moor-Landschaft. Sie haben sich als Folge der letzten Eiszeit in den großen Urstromtälern oder in ihren Seitentälern, den Urstromtalungen, gebildet. So entstand das Eberswalder Urstromtal als Abflussbahn der Schmelzwässer des Gletschereises. Dieses Flusstal fiel mit der Gletscherschmelze trocken, so dass sich an einzelnen Stellen im heutigen Rhinluch Seen bildeten. Diese wurden im Laufe der Zeit durch einen natürlichen Verlandungsprozess zu Mooren.

Der „Wanderer durch die Mark Brandenburg“, Theodor Fontane, beschreibt das Rhinluch so:

„Wie das Havelland den Mittelpunkt Alt-Brandenburgs bildet, so bildet das Luch wiederum den Mittelpunkt des Havellandes. Dieses ist ungefähr fünfzig Quadratmeilen groß; in diesen fünfzig Quadratmeilen stecken die zweiundzwanzig Quadratmeilen des Luchs wie ein Kern in der Schale. Die Form dieses Kerns ist aber nicht rund, auch nicht oval oder elliptisch, sondern pilzförmig; wie ein Pilz mit kurzem dicken Stengel, breitem schirmförmigen Dach und einer großen kugelförmigen Wurzel. Der Längsdurchschnitt eines solchen Pilzes verdeutlicht, welche Form das Luch einnimmt. Das Luch besteht aus zwei Hälften, aus einer schirmförmig-nördlichen und einer kugelförmig-südlichen, die beide da, wo der kurze Strunk des Pilzes läuft, nah zusammentreffen. Die schirmförmige Hälfte heißt das Rhinluch, die kugelförmige das Havelländische Luch. Das Verbindungsstück zwischen beiden hat keinen besonderen Namen. Dies verhältnismäßig schmale, dem Strunk des Pilzes entsprechende Verbindungsstück ist dadurch entstanden, daß sich von rechts und links her Sandplateaus in den Luchgrund hineingeschoben haben. Diese Sandplateaus führen wohlgekannte Namen; das östliche ist das zu besondrem historischen Ansehn gelangte ‘Ländchen Bellin’, das westliche heißt ‘Ländchen Friesack’. Diese beiden ‘Ländchen’ sind alte Sitze der Kultur, und ihre Hauptstädte, Fehrbellin und Friesack, wurden schon genannt, als beide Luche noch einem See glichen, der in der Sommerzeit zu einem ungesunden, unsicheren Sumpfland zusammentrocknete.“

GD Star Rating
loading...

Blog ,

Berlin-Brandenburg.net

Diese Website entstand auf Grundlage vieler Touren, die wir in und um Berlin unternommen haben. Wir haben Sehenswürdigkeiten erkundet - darunter auch so manche "Lost Places" gefunden. Um unsere Erfahrungen mit allen zu teilen haben wir das Projekt Berlin-Brandenburg.net gestartet. Weiterlesen...