Das KaDeWe in Berlin

Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts sich die südlich des Berliner Zoos befindliche Tauentzienstraße zusammen mit dem Kurfürstendamm von einer Wohnstraße zu einem der beliebtesten Boulevards in der City West von Berlin zu entwickeln begann, öffnete an ihr im März des Jahres 1907 das fortan als KaDeWe bekannte Kaufhaus des Westens seine Pforten. Obwohl das bereits damals riesige Kaufhaus ob seiner Lage und seines angebotenen großen Sortiments für vor allem wohlhabende Bürger zweifelnd und skeptisch betrachtet wurde, hat es schnell die erklärte Absicht seines Gründers, des jüdischen Kaufmanns Adolf Jandorf erfüllt. Sie war und blieb bis heute ganz darauf gerichtet, den Konsumbedarf einer breiten Masse zu befriedigen und trotzdem dabei stets exklusiv zu bleiben.

Nach einer Phase der Erweiterung und der Eröffnung eines ersten Imbissbereichs wurden 1933 die jüdischen Eigentümer zum Verkauf des KaDeWe gezwungen. Zehn Jahre danach wurde das im neoklassizistischen Stil errichtete Gebäude beim Absturz eines brennenden Flugzeuges völlig zerstört. Jedoch konnten bereits 1950 die ersten zwei Etagen wieder eröffnet werden. Sechs Jahre später war der Ausbau aller Etagen vollendet und mit der Präsentation einer sogenannten Feinschmeckeretage, die schnell zum absoluten Magneten des Hauses avancierte, übernahm das Warenhaus seine Rolle als erlebbares Zeugnis des deutschen Wirtschaftswunders. In der Folgezeit wurde die Verkaufsfläche mehrmals erweitert und mit dem Aufstocken einer siebenten Etage, in der ein unter einer Glaskuppel befindliches Restaurant entstand, konnte sie von ursprünglich 24.000 auf 60.000 Quadratmeter ausgedehnt werden. Damit ist das KaDeWe das nach dem Londoner Harrods flächenmäßig zweitgrößte Warenhaus Europas. Nachdem das Haus über Jahrzehnte dem Warenhauskonzern Hertie angehörte, wird es gegenwärtig von der Warenhauskette Karstadt verwaltet.

Anlässlich der 100-Jahr-Feier im Jahr 2007 wurde im Erdgeschoss ein „Luxusboulevard“ eröffnet, der seither gemeinsam mit der 7.000 Quadratmeter Fläche einnehmenden „Feinschmeckeretage“ im sechsten Stock besonders viele Kunden begeistert. Deren Zahl beläuft sich durchschnittlich pro Tag auf etwa 40.000 bis 50.000, die am Haupteingang des Hauses von einem Portier in einer Livree und mit grauem Zylinder empfangen werden. Rund 2.000 Mitarbeiter garantieren für die stets freundliche Bedienung der Kunden und für einen hervorragenden Service.

Das Berliner Kaufhaus des Westens, das als einziges Luxuswarenhaus aus der Gründerzeit Berlins übrig geblieben ist, zeigt sich spätestens seit den 80er Jahren des zurückliegenden Jahrhunderts mit einer Produktpalette, die vor allem den Bedarf seiner Kunden an Luxusartikeln, Waren von Premium- und Designermarken sowie an internationalen Delikatessen der Feinkostbranche und an hochwertigen Weinen und Champagner abdeckt. Aber auch Kunden mit einem weniger gefüllten Geldbeutel können im KaDeWe ein jederzeit modern und exklusiv gestaltetes Einkaufserlebnis genießen.

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